Wissenswertes zum Ziegenhorn

Die Ziege ist von Natur aus ein Hörnertier

JA zu Ziegen mit Hörnern

                                           - jetzt erst recht

Hörner sind bei Wildtieren wirkungsvolle Waffen gegen Raubtiere. Als Nutztier unter menschlicher Obhut, verliert das Horn diese Bedeutung. Diverse Verletzungen, die durch Hornstiche etwa an Euter entstehen können, werden herangezogern, um die Enthornung zu rechtfertigen.

Wir halten bewusst Ziegen mit Hörnern - auch als Anfänger in der Ziegenhaltung. Weshalb?

Ziegen nutzen die Hörner im Sozialverhalten vor allem zum Drohen und Imponieren, aber auch zum Kampf und zum Stossen um andere zu verdrängen. Daneben verwenden Ziegen die Hörner auch zur Körperpflege, d.h. sie kratzen sich damit zum Beispiel am Rücken.

Ziegen halten untereinander eine Individualdistanz ein. Die Individualdistanz ist der Mindestabstand, der gegenüber einem anderen Tier toleriert wird, ohne dass es zu Aggression bzw. Ausweichen kommt. Beim Fressen im Stall liegt dieser Mindestabstand nur selten unter 0,5 m und kann bis zu 4 m betragen. Die Grösse der Individualdistanz ist abhängig von der Art der Beziehung der Tiere, so ist sie bei freundschaftlicher Beziehung deutlich geringer.

Dominanzbeziehungen regeln den geordneten Zugang zu Futter und anderen knappen Ressourcen. Zwischen zwei Ziegen ist festgelegt, wer ranghöher und wer rangtiefer ist. Der Rang ist abhängig von körperlichen (z.B. Alter, Gewicht, Behornung) und psychischen (z.B. Temperament, Kampferfahrung) Eigenschaften sowie der Dauer der Herdenzugehörigkeit.

Gute Anordnung und klare Gliederung der Stallbereiche und der Einrichtung: Plätze mit erhöhter Konkurrenz (z.B. Fressplätze, Tränken, Bürsten) sollten gut im Stall verteilt und jederzeit frei zugänglich sein. Zum Beispiel dicht beieinander liegende Tränkeeinrichtungen erhöhen die Anzahl an Tieren in diesem Bereich und damit die Gefahr von unnötigen Auseinandersetzungen zwischen den Ziegen.

Zudem: Hörner wachsen im Gegensatz zum Geweih ein ganzes Leben lang. Damit es Nährstoffe bekommt und somit wachsen kann befindet sich im Horn ein Knochenzapfen, der mit einer gut durchbluteten Hautschicht bezogen ist. Das Enthornen ist mit hohen Belastungen und Risiken für das Tier verbunden. Denn anders als beim Rind haben Kitze eine relativ grosse Hornanlage und eine sehr dünne Schädeldecke.

Die Haltung von Tieren mit Hörnern ist anspruchsvoll. Es geht darum zu verhindern, dass behornte Tiere allmählich aus dem Landschaftbild verschwinden und hornlose Tiere als normal gelten. Dafür sind nicht zwingend neue Gesetzt notwendig. Eine kritisches Konsumverhalten und ein Blick hinter die Kulissen der Tierhaltung würden bereits wirken.



Quellen:

Waiblinger S. und Menke C. (2014), Halten von Ziegen im Laufstall, Veterinaärmedizinische Universität Wien, Institut für Tierhaltung und Tierschutz, https://www.vetmeduni.ac.at/fileadmin/v/tierhaltung/Broschuere_Ziegenhaltung.pdf

https://hornkuh.ch/

http://www.tierschutz.com/publikationen/nutztiere/infothek/tks/mb_tks_5.3.pdf

https://www.zuerchertierschutz.ch/fileadmin/user_upload/Tierschutzthemen/pdf/STS_mb_ziegen.pdf

http://www.tierschutz.com/media/pc2016/pdf/sts_diskussionspapier_enthornen.pdf

https://kagfreiland.ch/kampagnen/horn-auf/aktuell/item/856-studie

Eine Ziege ohne Hörner ist wie ein Kamm ohne Zinken. Wahrscheinlich hinkt dieser Vergleich. Offensichtlich ist jedoch, dass die Hörner zur Körperpflege benutzt werden.

Titel Grösse
20181207 NZZ Enthornung kann chronische Schmerzen auslösen.pdf 0,9MB
20181212 Basellandschaftliche Zeitung Nach der Hornkuh-Initiative jetzt die Geissen Irène Kälin fordert Enthornungsverbot.pdf 2,05MB
20181224 NZZ Nach der Hornkuh-Initiative ist vor dem Enthornungsverbot.pdf 333,46kB